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Angelika Welzel wollte eigentlich nie Unternehmerin werden. Heute ist sie das aus Leidenschaft. Foto: privat

Eine Unternehmerin, die nie selbstständig sein wollte

In Norddeutschland ist sie so etwas wie eine Institution, wenn es um perfekte Abläufe und Organisation von Büros geht: Angelika Welzel. Die engagierte Mittsechzigerin beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit dem Thema und hat schon viele Büros wieder flott gemacht. Jüngst von Osnabrück nach Hamburg gezogen, ist sie eine engagierte Netzwerkerin. Mit der Website „Unternehmerinnen Nord“ hat sie ihre Aktivitäten gerade auf den ganzen Norden Deutschlands ausgeweitet.

VITA:

Jahrgang 1956; Realschulabschluss; Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notariatsgehilfin

bis 12/2009 kfm. Angestellte in einem mittelständischen Betrieb

seit 04/2011 Angelika Welzel BÜRO-ORGANISATION

seit 05/2011 Netzwerk: Unternehmerinnen-Stammtisch-Osnabrück

seit 01/2018 Netzwerk: K.E.N. Kenne.Erlebe.Nutze. dein Netzwerk in Hamburg

seit 01/2019 UNTERNEHMERINNEN NORD, digitales Branchenverzeichnis für Unternehmerinnen in Norddeutschland

Wie darf ich Dich vorstellen?

Im Prinzip habe ich zwei Standbeine. Einerseits bin ich seit 2011 mit dem Thema Büroorganisation selbstständig. Seit Anfang 2019 betreibe ich außerdem die „Unternehmerinnen Nord“. Das ist ein digitales Branchenverzeichnis. 

Worüber definierst Du Dich?

Das Thema Büroorganisation liegt mir einfach. Ich konnte schon immer gut organisieren oder Strukturen schaffen. Mir macht es unglaublich viel Spaß Menschen dabei zu helfen, eine Struktur in ihren Alltag zu bringen. Einem widrigen Umstand ist es zu verdanken, dass ich selbstständig geworden bin. Eigentlich wollte ich das gar nicht. Ich wurde als kaufmännische Angestellte gekündigt. Da musste ich mich neu aufstellen. Ich wollte nie selbstständig werden – und das ist daraus entstanden. Meine Leidenschaft ist es, Einzelunternehmen, mittelständischen Unternehmen, aber auch Privatleute dabei zu unterstützen, eine Struktur aufzubauen. Außerdem gebe ich Vorträge und Workshops zu dem Thema.

Dein Lebensmotto?

Ganz einfach: Finden statt suchen! Ich habe aber auch noch ein zweites Lebensmotto: Was mache ich heute ein Kleines bisschen besser als gestern?!

In jeder starken Frau steckt bekanntlich auch eine schwache. Was hat Dich zur starken Frau gemacht?

Nach über dreißig Jahren als Angestellte musste ich mich 2011 neu aufstellen. Bis dahin war eine Selbstständigkeit eigentlich nie ein Thema. Die Frage: Was mache in Zukunft? – die hat mich wirklich stark gemacht und dazu geführt, dass ich meinen eigenen Weg gefunden habe. Das war meine Herausforderung: den Weg aus einer gesicherten Position in die Selbstständigkeit zu finden. Rückblickend war das eine tolle Chance, mein Leben noch einmal ganz neu aufzustellen. Ich habe gelernt, dass es immer wieder Möglichkeiten gibt, sich ganz neu zu orientieren und zu motivieren. Aus heutiger Sicht finde ich toll, was daraus entstanden ist.

Was würdest Du heute Deinem 18-jährigen ICH mit auf die Lebensreise geben?

Ziehe das durch, was Du vorhast! Also: Mach Dein Ding. Das habe ich nämlich nicht wirklich getan. Als junge Frau war ich sportlich ziemlich gut und wollte auch beruflich in diese Richtung gehen. Mir lagen Leichtathletik, Geräteturnen und Gymnastik – ich habe  sogar ganze Sportgruppen geführt. Das war eigentlich meine Mission. Aber meine Eltern haben verhindert, dass ich mich damit näher beschäftige. Ich wiederum habe mich nicht getraut, meine Idee allein kämpferisch durchzusetzen. Gerade durch die vielen Kontakte zu Frauen in den letzten Jahren, habe ich gesehen, dass es Einige gibt, die ihr Ding machen, und sich von nichts davon abhalten lassen.

Wann hattest Du in Deinem Leben die größten Selbstzweifel?

In der Selbstständigkeit überkommen mich manchmal schon Selbstzweifel, weil es ein Feld ist, auf dem ich mich vorher nicht auskannte. Ich war einfach lange angestellt und habe dann – auch weil es keine Alternativen gab – den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Inzwischen sind die Selbstzweifel aber weniger geworden. Auch, weil ich ein tolles Netzwerk habe mit vielen Menschen, die mich unterstützen.

Für welche Lebenserfahrung bist Du dankbar?

So traurig es auch war – durch die Selbstständigkeit wurde mir eine ganz andere Sichtweise aufs Leben eröffnet. Ich habe gelernt, mir selbst etwas zuzutrauen, etwas aufzubauen und habe viele Kontakte zu tollen Menschen, die mich begleiten. Das gibt mir eine unglaubliche Stärke. 

Wie motivierst Du Dich?

Ich schöpfe ganz viel Motivation aus Feedback, also aus zufriedenen Kunden. Wenn hinterher Mails kommen wie: „Bei mir läuft es jetzt viel besser“ oder „Endlich finde ich wieder meine Sachen“ usw. – das motiviert mich schon sehr.

Wie gehtst Du mit dem Thema „Finanzen“ um?

Da bin ich eher konservativ, aber offen. Hier habe ich inzwischen ganz tolle Kontakte, mit denen ich mich regelmäßig zu den Themen austausche.

Weißt Du wieviel Du mit 65 im Portemonnaie haben wirst?

Wenn nicht von rechts oder links etwas dazwischen kommt, was man nicht kalkulieren kann, weiß ich das ganz genau.  

Was war Deine bislang erfolgreichste Kapitalanlage?

Seinerzeit habe ich eine Doppelhaushälfte gekauft, in der ich dann mit meiner Tochter alleine gewohnt habe. Das war nicht ganz einfach, aber es war definitiv die beste Kapitalanlage, die ich gemacht habe.

Was würdest Du anderen Frauen beim Thema „Finanzen“ mit auf den Weg geben?

Seid offen, informiert Euch, streut die Investments breit und vor allem: tauscht Euch mit anderen Frauen dazu aus.

Was machen starke Frauen besser als Männer?

Ich würde das gar nicht so stark differenzieren. Frauen sind eher empathischer. Sie denken auch mal über die andere Seite nach. Aber ansonsten gibt es da keine wirklichen Unterschiede.  

Wie gehst Du mit dem Thema „älter werden“ um?

Das Thema ist bei mir eher Tagesform abhängig. Gerade habe ich meinen Frieden damit. Es gab aber Zeiten, in denen ich damit stark gehadert habe. Heute sehe ich viele Dinge gelassener. Das macht meine viele Lebens-, aber auch berufliche Erfahrung.

2 Liter Wasser am Tag – Wunsch oder Wirklichkeit?

Lach. Auch das ist für mich Tagesform abhängig. Leider bleibt es ganz oft beim Wunsch, das zu schaffen. Es gibt Tage, da stelle ich die Flasche morgens an den Schreibtisch und stelle sie abends voll wieder weg.

Ich merke aber, dass es mir wesentlich besser geht, wenn ich die Flasche Wasser trinke.

Was ist das Geheimnis Deiner Schönheit?

Ganz einfach: wenig schlafen, viel arbeiten, kein Urlaub und ungesund ernähren! Lach!

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