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100% Kostenerstattung für das Coaching durch Arbeits- und Vermittlungsgutscheine (AVGS) der Arbeitsagentur

100% Kostenerstattung für das Coaching durch Arbeits- und Vermittlungsgutscheine (AVGS) der Arbeitsagentur

Die Job-to-Go Formel ist eine staatlich anerkannte und nach AZAV zugelassene Maßnahme, die Frauen in der Lebensmitte dabei hilft, sich beruflich neu zu orientieren, damit sie alle Chancen am Arbeitsamt ergreifen können.

Es besteht die Möglichkeit, dass die Agentur für Arbeit über einen so genannten „Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS)“ die Kosten für das Coaching trägt. Damit möchte die Arbeitsagentur Arbeitsuchende unterstützen, schnell wieder in einen Job zu kommen.

Dauer und inhaltliche Struktur legen die jeweiligen Bundesagenturen nach einem individuellen Erstgespräch mit Dir fest. Im Ergebnis erhälst Du dann einen AVGS – Gutschein, auf dem die vorher definierten Ziele festgelegt sind. Diesen Gutschein kannst Du dann bei einem zugelassenen Bildungsträger Deiner Wahl einlösen.

Auch Beschäftigte, die auf Suche eines neuen Jobs sind, können grundsätzlich einen AVGS Gutschein beziehen. Dies ist allerdings gut zu begründen und je nach Arbeitsagentur stark unterschiedlich.

Konkret: Du erläuterst Deiner Sachbearbeitung bei der BA wie Du Dich beruflich neu aufstellen möchtest, um den gestiegenen Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden. Dass Du das nur mit Unterstützung einer Expertin an Deiner Seite schaffen kannst ist klar.

Hier ein Überblick wie das geht und wer diesen Gutschein bekommt:

Was ist ein AVGS?

Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) ist ein Förderinstrument für Arbeitsuchende.
Ziel des Gutscheins ist es:
Arbeitslose an den Arbeitsmarkt heranführen.
Den Arbeitssuchenden möglichst individuell zu fördern
Beseitigung möglicher Vermittlungshemmnisse
Stärkung des Wettbewerbs zwischen öffentlichen und privaten Arbeitsvermittlern
Heranführung Arbeitsuchender an eine selbstständige Tätigkeit
Arbeitslose im besten Fall wieder in (versicherungspflichtige) Arbeit bringen.
Interessenten können sich allerdings nicht einfach eine Maßnahme ihrer Wahl aussuchen. Dauer und Inhalte werden von der örtlichen Bundesagentur unter Berücksichtigung des Werdegangs und der Vorkenntnisse des Kandidaten klar umrissen und festgelegt. Welcher Bildungsanbieter das dann umsetzt – das kann der Aspirant dann frei entscheiden.

Wer bekommt einen AVGS?

Ob ein AVGS Gutschein ausgestellt wird, ist reine Ermessenssache der jeweiligen Arbeitsagentur. Einen Rechtsanspruch auf einen AVGS gibt es nicht. Grundsätzlich sind diese Personen förderfähig:
– Hochschulabsolventen
– Berufsrückkehrer
– Selbstständige
– Beschäftigte, die in Transfer- oder Auffanggesellschaften stecken

Für Empfänger von Arbeitslosengeld gilt: In den drei Monaten vor dem Tag der Antragstellung muss der Antragsteller des Gutscheins mindestens sechs Wochen arbeitslos gewesen sein. Etwaige Fördermaßnahmen werden nicht angerechnet. Auch muss es sich nicht um sechs Wochen Arbeitslosigkeit am Stück gehandelt haben.
Du kannst einen AVGS jedoch auch schon am ersten Tag der Arbeitslosigkeit erhalten – das liegt ganz im Ermessensspielraum des persönlichen Beraters bei der Arbeitsagentur.
Du bekommst einen AVGS leichter, wenn Du Deinen Berater direkt auf eine geeignete Maßnahme zur Verbesserung Deiner Vermittlungschancen, wie die Job-to-Go Formel, hinweist. Von sich aus tun das die wenigsten Berater.
Die Arbeitsagentur soll die Ausgabe des Gutscheins laut offizieller Handlungsempfehlung „von der Eignung und den persönlichen Verhältnissen der Förderberechtigten oder der örtlichen Verfügbarkeit von Arbeitsmarktdienstleistungen abhängig machen.“
„Die Förderleistung muss die Chance auf die Eingliederung in versicherungspflichtige Beschäftigung deutlich verbessern“, so die BA.

Keinen Aktivierungs- oder Vermittlungsgutschein AVGS bekommen Personen, die einen Beschäftigungsvertrag haben, aber trotzdem auf Stellensuche sind.

Bekommen Selbstständige einen AVGS?

Klares Ja!
Auch Arbeitslose, die mit dem Gedanken spielen, sich selbstständig zu machen, sind grundsätzlich förderfähig.
Konkret: Du erläuterst Deinem BA-Berater die Notwendigkeit des Coachings für die Beseitigung möglicher Vermittlungshemmnisse und belegst das Coaching.

Wie bekommst Du den Gutschein?

Du vereinbarst einen Termin bei Deiner örtlichen Agentur für Arbeit, lässt Dich dort beraten und legst glaubhaft die Notwendigkeit der Fördermaßnahme dar. Wichtig ist, jeweils zu Deiner zuständigen Arbeitsagentur zu gehen und nicht in einen Nachbarbezirk, denn der ist nicht zuständig.

Du hast mehrere Möglichkeiten den AVGs zu beantragen: persönlich, schriftlich (Brief oder eMail) oder telefonisch.

Dein Berater entscheidet darüber, ob Du den Gutschein bekommst, wie lange er befristet ist und wie regional er beschränkt ist. Er ist außerdem verpflichtet Dir ein Formblatt „Hinweis zum AVGS“ auszuhändigen. Hier steht alles Weitere drin.

Du löst den AVGS bei einem Bildungsanbieter Deiner Wahl ein. Wichtig ist, dass die Maßnahme AZAV zertifiziert ist, wie es bei der Job to Go Formel der Fall ist.

Der Bildungsanbieter rechnet dann direkt mit der Agentur für Arbeit ab und Du kannst Dich auf das Coaching konzentrieren.

Wie lange ist der Gutschein gültig?

Grundsätzlich wird der Gutschein mit einer zeitlichen Befristung ausgestellt. Diese liegt sie in der Regel zwischen drei und sechs Monaten, je nach Ermessen des Beraters.
Die Frist darf nicht über den Arbeitslosen-Geldbezug hinausgehen. Um das zu verhindern, dürfen die BA-Berater im Ausnahmefall auch eine zeitliche Befristung von weniger als drei Monaten festsetzen.
Solltest Du umziehen und damit auch den Bezirk der Arbeitsagentur wechseln, verfällt die Förderzusage.

Hast Du Fragen zum AVGS?

Dann vereinbare HIER ein kostenloses Informationsgespräch mit mir!

 

Für welches Unternehmen möchtest Du arbeiten?

Für welches Unternehmen möchtest Du arbeiten?

Nur wer das Ziel kennt, kann sein Navi einstellen. Logisch. Wer sich beruflich neu aufstellen möchte, sollte sich deshalb früh genug Gedanken darüber machen, für welches Unternehmen er/sie arbeiten möchte. Oder kommt doch eher eine Selbstständigkeit in Frage?

Start-Ups bieten Spaß-Potential

Zwischen einem Start-Up und einem Verband liegen Welten. Konzerne ticken anders als Mittelständler und auch NGOs (Non Governmental Organisations wie z.B. Greenpeace) bieten interessante Arbeitsplätze. Hier die wesentlichen Argumente im Überblick:

Nirgendwo ist die Dynamik höher als bei einem Start-Up. Alles ist neu, vieles wird getestet. Wer Spaß am Thema des Unternehmens hat, den erwartet hier großes „Spaß am Job“ Potential. Vor allem ist das, was Du dort tust, schnell und gut sichtbar. Ob ein Start Up am Ende jedoch durchkommt, das wird sich zeigen. Will sagen: Jobs in Start Ups bedeuten immer einen hohen Arbeitseinsatz, eine überschaubare Bezahlung und nicht immer eine lange Zukunft.

Anders ist es, wenn Du zu einem Verband oder in eine Verwaltung wechselst. Für berufliche Quer- oder Umsteiger sind diese Arbeitgeber jedoch selten ernsthafte Alternativen. Sie schauen weniger auf Deine Fähigkeiten, sondern eher auf eine echte Berufsausbildung in diesem Bereich.

Beste Möglichkeiten bieten Konzerne, egal ob national oder international. Sehr hierarchische, dafür klare Strukturen, bieten gute Aufstiegsmöglichkeiten, eine Bezahlung nach Tarif und klar definierte Aufgabenbereiche – wenn Du reinkommst.

Mittelstand – hier kommt es auf die „Chemie“ an

Sehr gute Möglichkeiten – weil hier einfach Persönlichkeit zählt – bieten klassische Mittelständler. Qua Definition sind Mittelständler Unternehmen von 5 bis 500 Mitarbeitern. In der Fachsprache werden sie häufig KMU (Klein- und mittelständische Unternehmen) genannt. Hier findest Du meist noch den klassischen „Chef“, sprich Inhaber, flache Hierarchien und eine hohe Familienfreundlichkeit. Gerade weil Mittelständler häufig Familienunternehmen sind, kommt es sehr stark darauf an, dass die „Chemie“ stimmt. Sprich: hier kannst Du Dich als Persönlichkeit einbringen. Wenn es passt, bieten Mittelständler gerade Quer- und Umsteigern gute Aufstiegsmöglichkeiten.

Jobcenter subventionieren die Selbstständigkeit

Geht es Dir jedoch nicht um Karrierechancen, sondern um ein spezifisches Thema, für das Du brennst, dann ist die Selbstständigkeit eine gute Option. Gerade Frauen scheuen den Gang in die komplette Eigenverantwortung, haben sie doch Befürchtungen, dass sie dann selbst und vor allem ständig arbeiten. Dieses Argument kann niemand ernsthaft entkräften, außer dem Einwand, dass du Andere nur „anzünden“ kannst, wenn du selbst für Etwas brennst. Da kommt es dann nicht auf die letzten Stunden an.

Den Gang in die Selbstständigkeit unterstützt das Arbeitsamt durchaus. Mit dem Gründungszuschuss bieten Jobcenter die Möglichkeit im ersten halben Jahr mit einem planbaren Einkommen zu starten. Ein halbes Jahr lang zahlt dir das Amt 60 Prozent deines durchschnittlichen Jahreslohns des letzten Jahres plus 300 € plus Krankenversicherung. Damit hat das Arbeitsamt schon so manche Unternehmung lauffähig gemacht. Eine gute Alternative für alle Frauen, die endlich das tun möchten, wofür sie brennen.

Barbara Rottwinkel-Kröber

Wenn Du mehr zum Thema wissen möchtest, dann vereinbare HIER ein kostenloses 30-minütiges Strategie-Gespräch mit mir!

Mit dem Erfolgsjournal Motivation tanken

Mit dem Erfolgsjournal Motivation tanken

Wer sich beruflich neu orientieren will, macht sich auf den Weg. Das Ziel ist ein neuer Job – doch wie der Weg dahin ausfällt, hängt von vielerlei Rahmenbedingungen ab. Egal, ob Du schnell oder langsam bist – sicher ist, dass der Prozess der Umorientierung Kraft kostet.

Damit Du dauerhaft in Deine Kraft kommst, beginne ein Erfolgsjournal zu führen. Damit führst Du Dir täglich Deine großen und kleinen Erfolge vor Augen und lenkst somit Deinen Geist und damit Deine Energie in eine positive Richtung. Natürlich haben wir nicht alle täglich nur Erfolgserlebnisse – diese aber „feiern“ wir, konzentrieren uns darauf und nicht auf das, was nicht geht.

Beantworte Dir selbst deshalb jeden Abend, gerne bevor Du zu Bett gehst, vier wichtige Fragen:

  1. Was ist Dir heute gut gelungen?

a.

b.

c.

  1. Wofür bist Du heute dankbar?

a.

b.

c.

  1. Was hat Dich heute glücklich gemacht?

a.

b.

c.

  1. Was sind Deine Ziele für morgen?

a.

b.

c.

 

Kaufe Dir ein schönes Notizbuch und notiere möglichst jeden Abend Deine ganz persönlichen Antworten. Pro Frage solltest Du drei Antworten parat haben. Du wirst erstaunt sein, welchen positiven Effekt dieses bewusste Lenken des Geistes in eine positive Richtung schon nach kurzer Zeit entfaltet.

Viel Erfolg!

 

 

Drei Dinge, die meine Erfolgsgeschichte auszeichnen

Drei Dinge, die meine Erfolgsgeschichte auszeichnen

Foto: Immer das Ziel vor Augen beim Wandern mit meiner Freundin Tatjana. 

Lerne aus Erfolgsgeschichten

Was war Dein bisheriger (Lebens-)weg? Was sind Deine Learning? Erfolgsgeschichten anderer Frauen – aber auch Männer – sind für mich der Stoff, der mich antreibt. Sie motivieren mich ungemein. Deshalb möchte ich Dir gerne meine erzählen.

Auch ich bin eine Erfolgsgeschichte – genauso wie Du, wenn Du Dir erstmal bewusst bist, wo Deine Stärken liegen und wie gut Du tatsächlich bist.

Wenn ich über meine berufliche Neuorientierung berichten darf, so zeichnet meine Erfolgsgeschichte drei Dinge aus:

1.Ziel

Ich habe relativ lange gebraucht zu erkennen, wo wirklich mein Ziel liegt. Ein Ziel das realistisch und machbar ist – wenn auch mit einem gewissen Aufwand. Ich finde es unglaublich wichtig, dass Du Dir als erstes darüber im Klaren wirst, WO soll die Reise eigentlich hingehen?

2. Ausdauer

Es gibt den schönen Spruch „Rom wurde nicht an einem Tag erbaut“. Stimmt. Es gibt noch viel mehr solcher Sprüche. Jedoch: Ich bin ungeduldig. Was ich gelernt habe: Geduld, Geduld, Geduld. Es geht eben nichts von jetzt auf gleich – alles braucht seine Zeit.

Und dazu gibt es noch einen schönen Spruch: Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

3. Bescheidenheit

Wahrscheinlich kann man über Bescheidenheit erst sprechen, wenn man auch schon das Gegenteil erlebt hat: Fülle, Üppigkeit, das „auf die Sahne hauen“. Auch das habe ich schon erlebt. Heute weiß ich: Jeder Erfolg ist nur eine Momentaufnahme und der eigentliche Erfolg liegt darin, immer bescheiden zu bleiben, das heißt: nicht über seine Verhältnisse zu leben. Auch das war für mich ein Learning, dessen Konsequenzen ich sehr praktisch erfahren habe.

Neben den drei Dingen, die aus meiner Sicht wichtig sind, gibt es drei Dinge, die man meiner nach meiner Ansicht lassen sollte, wenn man Erfolg haben will.

  1. Zu hohe Ziele setzen

Ich neige gerne dazu, die Latte zu hoch zu hängen. Heute weiß ich, dass das ein Fehler ist. Lieber mit kleinen Schritten anfangen – Hauptsache Du bist erst einmal in der vorwärts Bewegung.

  1. Auf die Hilfe anderer zu hoffen

Auch hier gibt es das schöne Sprichwort: „Hilf Dir selbst, sonst hilft Dir niemand“. Heute weiß ich: er stimmt! Gerade Facebook bringt da ungemeine Verlockungen: wer Dir da alles helfen will, wer da alles Tipps parat hat. Mein Learning: Niemand hilft Dir, außer Du selbst. Deshalb schau genau, was Du machst und wem Du vertraust. Manch vermeindliche Tipp, kann sich schnell als Rohrkrepierer herausstellen. Dennoch: sei offen – denn mit einer kritischen Distanz kannst Du auch neue Ideen mitnehmen.

  1. An eine schnelle Lösung glauben

Alles, was gut ist, geht nicht schnell. Das habe ich gelernt. Gerade so etwas Wichtiges wie ein neuer Beruf, will gut überlegt sein. Dazu braucht es Zeit und Entwicklungsmöglichkeiten. Mein Learning: starte erstmal den Prozess der Umorientierung. Dann braucht es eben die Zeit, die es braucht. Wenn es gut und richtig sein soll, dann solltest Du Dir die Zeit dafür nehmen, statt in einigen Jahren wieder unglücklich vor dieser Frage zu stehen.

Barbara Rottwinkel-Kröber

Vergiss klassische Bewerbungen

Vergiss klassische Bewerbungen

Margot Heiring, Personalvorstand der Volksbank Westmünsterland, über die Chancen von Frauen 40+ auf dem Arbeitsmarkt.

Margot Heiring selbst hat eine Vita mit Brüchen. Großgeworden In einer gutbürgerlichen Familie mit fünf Kindern, führte dort der klassische Lebensweg eher in die Ehe mit Kindern. Margot jedoch absolvierte zunächst eine Lehre als Groß- und Außenhandelskauffrau, bevor sie sich für eine Banklehre entschied. In den nachfolgenden Jahren lernte sie verschiedenste Bereiche der Bank kennen und fand ihren Schwerpunkt im Vertrieb. Auf der Suche nach weiteren Herausforderungen entschloss sie sich zu einem berufsbegleitenden Studium. Nach erfolgreichem Abschluss wechselte sie in einen ganz anderen Bereich: Das Thema „Personal“ (HR) beschäftigte sie fortan. Seit 10 Jahren verantwortet sie diesen Bereich bei der Volksbank Westmünsterland. Sie ist ehrenamtliche Richterin, IHKPrüferin, systemischer Coach und war selbst jahrelang Dozentin an der Frankfurt School of Management and Finance. Außerhalb der Bankenwelt prägte sie ihre 30-jährige Ehe. Gemeinsam mit ihrem Mann bereise sie alle Kontinente, bevor dieser vor drei Jahren plötzlich starb.

Frau Heiring, welche Erfahrungen haben sie mit Frauen ab 40, die sich bei Ihnen bewerben?

Margot Heiring: „In Gesprächen werde ich häufig nachdenklich, wenn sich reifere Kandidaten oder Kandidatinnen bewerben. Junge Kandidaten haben häufig tolle Abschlüsse und hehre Vorstellungen, wie Karrieren um sie herum gebildet werden müssen. Dann habe ich die reiferen Kandidaten, die ganz unterschiedliche Werdegänge haben. Sie bringen häufig eine starke Persönlichkeit mit. Oft genug entscheide ich mich dann für die reiferen Frauen.Wenn man jung ist, gibt es verschiedenste „Leitern“, um eine Karriere zu starten. Ältere Bewerber haben eher den ein oder anderen Bruch in ihrem Leben. In Netzwerken profitieren sie von Ideen und Erfahrungen anderer. Ich halte den Austausch untereinander für sehr wichtig.“ 

Frau Heiring, wo sehen Sie die Stärken dieser Bewerberinnen?

Man kann nicht das eine mit dem anderen aufwägen. Also jung und karriereorientiert gegen reif und erfahren. Reifere Bewerber haben andere Qualitäten. Während junge Leute den Drang haben nach vorne zu kommen, den Schub Karriere zu machen, den Ehrgeiz Dinge schnell zu erreichen. Das kann für einen Arbeitgeber durchaus sexy sein. Es kann aber auch sehr attraktiv und sexy sein, Leute zu haben, die für sich sagen: ich muss nicht mehr jede Karrierestufe mitnehmen. Diese Kandidaten haben eine konkrete Vorstellung davon, was sie leisten können und was nicht. Sprich: eine Frau um die 40 hat in aller Regel das Thema Familie schon gemanagt. Sie weiß sehr viel sicherer abzuschätzen, in welchem zeitlichen Umfang und mit welcher Intensität sie Herausforderungen und Aufgaben annehmen kann. Das ist bei jungen Kandidaten eher anders. Da ist die Differenz zwischen Selbst- und Fremdbild durchaus auch mal größer.

Frau Heiring, stimmt es, dass Frauen ab 50 eigentlich aus dem Arbeitsmarkt raus sind?

In den Personalabteilungen ist es häufig noch nicht angekommen, dass erfahrene Mitarbeiter auch andere Erfahrungen mitbringen. Das Umdenken beginnt, aber es ist noch nicht durchgängig. Arbeitgeber suchen tendenziell die Anfang 30-Jährigen mit 20 Jahren Berufserfahrung. (Lach). Das zu ändern ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Deshalb rate ich älteren Bewerberinnen eher über Netzwerke zu gehen und dadurch Adressen oder Anknüpfpunkte für Bewerbungen zu bekommen als sich auf klassische Stellenanzeigen zu bewerben.

Frau Heiring, was sind aus ihrer Erfahrung die häufigsten Fehler, die Bewerberinnen ab 40 machen?

Ich würde mir wünschen, dass Frauen in diesem Alter viel mutiger und selbstbewusster auf das schauen, was sie geleistet haben. Jede Mutter ist in gewisser Weise eine Managerin eines Familienunternehmens. Aber die wenigsten sagen das auch. Mit Selbstbewusstsein sollten Frauen heute diese Dinge auch beim Namen nennen. Ich selbst habe keine Kinder und habe großen Respekt vor Frauen, die Familie und Job unter einen Hut bringen. Das was manchmal falsch gemacht wird ist, dass sich die Frauen im Vorfeld nicht gut genug über ihren potentiellen Arbeitgeber informieren. Sie sollten sich fragen: „Worauf kommt es in dem Unternehmen an, in dem ich mich bewerbe“?  Bei uns in der Bank erlebe ich häufig, dass sich die Bewerberinnen nicht über die Arbeitszeiten bewusst sind – die sich ja an unseren Kunden orientieren. Sie sollten sich besser auf ihren potentiellen Arbeitgeber vorbereiten.

Frau Heiring, welche Glaubenssätze von Frauen begegnen Ihnen täglich in ihrem Berufsalltag?

Es gibt Glaubenssätze, die mir sehr häufig begegnen:

  1. Sei perfekt
  2. Sei fleißig

Ein Beispiel: Häufig sind Frauen fleißig – und den Erfolg kassieren die Herren.

Häufig wollen Frauen perfekt sein. Das ist im Arbeitsalltag häufig schwierig.  Also fühlen sie sich dann nicht gut / perfekt genug. Frauen liegt es außerdem nicht, sich selbst zu loben. Männer sind da ganz anders. Wenn man gesehen werden will, gehört dazu auch eine gute Selbst PR. Gerade in den Branchen, die noch immer männerdominiert sind, ist das ganz wichtig. Mein Tipp deshalb:

  1. Pflege eine gute Selbst PR

Frau Heiring, welchen Tipp können Sie Frauen geben, die sich mit 40+ beruflich neu orientieren?

Das würde ich gerne in einige wesentliche Punkte fassen:

  1. Sei Dir bewusst, was Du schon Tolles geleistet hast (das sind nicht nur berufliche Erfolge, sondern auch die Erziehung eines Kindes, das Managen eines Haushaltes, Ehrenämter, besondere Hobbys, erreichte persönliche Ziele etc.). Also: eine positive Konzentration auf die Vita.
  2. Frauen sollten sich nicht für Ihre Familienphase entschuldigen, sondern diese ins Positive kehren und sagen: Managerin des mittelständischen Unternehmens namens „Familie“. Oder: „Ich habe dafür gesorgt, dass meine beiden Kinder tollen Hobbies nachgehen können“.
  3. Informiere Dich gut über Deine potentielle Aufgabe und Deinen zukünftigen Arbeitgeber. Überlege Dir vorher: kann ich das leisten, insbesondere zeitlich? Dazu gehört das intensive Studium der Websites des Unternehmens bei dem Du Dich bewirbst.
  4. Es ist häufig nicht die klassische Bewerbung, die zum Erfolg führt, sondern ein gutes Netzwerk. Dazu gehört, dass man einfach auch mal den Hörer in die Hand nimmt.

Frau Heiring, vielen Dank für das tolle Gespräch!